9. Oktober 2014

Tutorial: Mein Post-Processing Workflow eines Single Exposure RAW Bildes

Viele von euch haben sich ja schon länger von mir gewünscht das ich meinen Workflow bei meinem Post-Processing beschreibe. Und einige haben vielleicht ja auch mitbekommen das ich teilweise von Lightroom zu anderen Programmen gewechselt bin. Daher möchte ich euch heute zeigen wie ich meine Bilder bearbeite wenn ich ein einzelnes Bild im RAW-Format als Vorlage habe. Dabei kommen Adobe Lightroom 5.6, DXO Optics Pro 9 und DXO FilmPack 4 zum Einsatz. Die DXO Programme habe ich mir ganz frisch zu einem guten Kurs auf der Photokina gekauft.

Das fertige Produkt
Schritt 1:

Gestartet wird in Lightroom. Lightroom verwende ich zum Katalogisieren meiner Bilder. Ich exportiere alle Bilder die ich so schieße in unterschiedliche Kataloge. So habe ich einen Katalog für einzelne Reisen, Photowalks, Foto-Shootings...
Nach dem Export wähle ich die Bilder die ich irgendwann mal bearbeiten möchte aus. Das tue ich in dem ich die Bilder zum bearbeiten einfach mit der Flagge markiere. Ganz ganz üble bekommen die Flagge mit dem Kreuz. Alle anderen werden erstmal weg ignoriert aber dennoch auf meinem Raid System archiviert.


Das Bild das bearbeitet wird muss nun nach DXO Optics Pro übergeben werden. Dabei ist es egal ob ihr schon Anpassungen in Lightroom vorgenommen habt, es wird das Bild ohne Anpassungen nach Optics geladen und am Ende eine Kopie erzeugt. Ihr macht somit nichts kaputt an euren RAW-Bildern.

Das Bild aus Lightroom heraus an DXO Optics übergeben
Das Bild kann nun in DXO Optics Pro bearbeitet werden.
Schritt 2:

Nun wollen wir das Bild zunächst begradigen. Das geht in DXO Optics Pro sehr geschickt. Ihr sucht euch einfach Links und Rechts zwei Linien die parallel sein sollen, wählt das Werkzeug zum Begradigen aus und zieht die Linien nach. Und schon ist das Bild begradigt. Kein Kopfzerbrechen mehr ob die richtigen Linien dazu verwendet wurden.

Begradigen
Schritt 3:

DXO Optics bietet ein paar schöne Tools um die Belichtung der Aufnahme automatisch zu korrigieren. Es lassen sich dabei ein paar Default-Settings Auswählen oder aber man verzichtet auf die Automatik und greift selber ein.

Belichtungskorrektur
Schritt 4:

Wie es auch Lightroom bietet kann mit DXO Optics auch auf das Histogram Einfluss genommen werden und die Lichter, Mitteltöne, Schatten, Tiefen, Sättigung und den Kontrast anpassen. Unter dem Histogramm verbirgt sich auch die Option Unterbelichtung und Überbelichtung farblich zu markieren.

Kontrast und Tonwerte
Schritt 5:

Sehr schön an DXO Optics ist die Hervorragende Rauschminderung. Gerade bei High ISO Aufnahmen holt die PRIME Rauschminderung so einiges raus. Auch hier kann DXO Optics mit Hilfe von Larborwerten das Rauschen reduzieren oder aber man greift wieder selber ein und wählt die Intensität aus. Die PRIME Rauschminderung wird nur leider nicht im Bild angezeigt, sondern nur im kleinen Ausschnitt. Dadurch lässt sich das Bild jedoch mit besserer Performance bearbeiten.

Rauschminderung
Schritt 6:

Als nächstes kann die Farbwiedergabe angepasst werden, die Tonwertkurve verändert werden und das wirken einzelner Farben. Bei der Farbwiedergabe  spielt DXO Filmpack schon eine Rollen. Hier kann man die von DXO errechneten analog Filme auswählen und seinen digitalen Bildern den Scharm der analogen Welt verpassen.

Belichtung und Farbe
Schritt 7:

Was natürlich nicht Fehlen darf ist ein Tool zum Schärfen und zum Entfernen von Staub. Dieses findet ihr in DXO unter "Details und Geometrie". Hier lassen sich auch die Proportionen einer Weitwinkel Aufnahme anpassen lassen (Stichwort Dicke Nasen :-))
Was ich jedoch in DXO Optics vermisse ist die Option in Lightroom die Schärfe durch drücken der ALT-Taste in einer Schwarz/Weiß Vorschau besser hervorzuheben. Diese Option habe ich in DXO noch nicht gefunden.

Details und Geometrie
Schritt 8:

Unter dem Reiter "Optische Korrekturen" findet ihr Anpassung bezüglich eurer Kamera und dem Objektiv. Anders als in Lightroom hat DXO jede Kamera mit jedem Objektiv gerechnet. Dadurch lassen sich Objektiv-Fehler noch präziser beheben.

Diese DXO-Module werden bei Bedarf übers Netz dazu geladen. Bei ersten bearbeiten eines Bildes mit einer neuen Kamera oder Objektivs braucht ihr also Zugriff aufs Netz um das neue Profil zu laden.

Optische Korrekturen
Schritt 9:

Zu guter Letzt findet ihr die DXO Filmpack Integration in DXO Optics Pro. Hier könnt ihr die Farben an echte Farb- oder Schwarz/Weiß Filme anpassen. Filmkorn von existierenden Filmen auf eure Bilder anwenden. Oder Farbfilter anwenden dessen Werte im Labor errechnet wurden. Es wird versucht die analoge Welt in der digitalen Welt zu simulieren.

DXO Filmpack Integration
Schritt 10:

Nun bleibt uns nur noch übrig das ganze nach Lighroom zurück zu exportieren. Da ich dort keine Anpassungen mehr vornehmen möchte exportiere ich das Bild als TIFF. Ansonsten würde ich ein DNG exportieren.

Export nach Lightroom Dialog
Vorher/Nachher:

Hier noch mal der Vorher/Nachher Vergleich des Bildes.

Vorher/Nachher
Links zu den Produkten:

Adobe Lightroom: http://www.adobe.com/de/products/photoshop-lightroom.html
DXO Optics Pro: http://www.dxo.com/de/fotografie/dxo-optics-pro/fotosoftware
DXO FilmPack: http://www.dxo.com/de/fotografie/dxo-filmpack/kreative-fotosoftware