12. Dezember 2014

Tagebuch eines Fotografen: Konstruktive Fotokritik erwünscht

Heute mal ein Thema mit dem ich bestimmt einigen Leuten auf die Füße treten werde. Ein Thema das immer wieder zum Streit, Beschimpfungen, Schlammschlachten und Verbannungen führt. Wer kennt den Spruch nicht "Konstruktive Fotokritik erwünscht". Aber was wenn man dem Ruf folgt?

Zu diesem Bild habe ich die Kritik bekommen das die Lichter links und rechts Außen zuviel Aufmerksamkeit von der Mitte nehmen. Ich habe darauf gesagt "Das soll so sein"

In unserer Zeit ist es normal das man seine Fotos im Internet präsentiert. Was früher nur im Fotoalbum im Schrank verstaubte, wird heute der breiten Öffentlichkeit über diverse Netzwerke und Communities präsentiert. Es wird nach jedem Daumen und Plus gelechzt und jeder neue Follower oder Fan gefeiert. Alles für Ruhm und Ehre oder vielleicht doch die Möglichkeit das Hobby zum Beruf zu machen? Viele Fotografen hoffen dabei oft das sie durch das Präsentieren der Bilder Kritik bekommen und so ihre Fertigkeiten zu verbessern. Der Fotograf ist nun mal nicht mehr der, der eine jahrelange Ausbildung oder Studium hinter sich hat, sondern der, der die Kamera in die Hand nimmt, sich alles selbst bei bringt und sich Kunden sucht.

Aber was passiert nun wenn man sich dann doch erdreistet seine eigene persönliche Meinung zu einem Bild abzugeben. Wenn man dem Wunsch der Kritik nachgeht oder einfach ungefragt seinen Senf zu dem Bild abgibt, immerhin wird es ja für jeden sichtbar im Internet gezeigt. Es wird geleugnet, gerechtfertigt und den Kritiker als inkompetent dargestellt. Dabei geht es ja eigentlich nur um das persönliche Empfinden, das ein Individuum beim Betrachten eines Bildes hat. Warum stellen wir uns also so an wenn jemand dann doch keinen Daumen oder Plus gibt und dann auch noch so nett ist uns Mitzuteilen woran das liegt. Gerade das was uns doch weiter bringen könnte und unser Bild nicht schlechter macht als es ist?

Klar, man investiert kostbare Zeit in die Aufnahme des Bildes und die Bearbeitung. Man gibt sein Bestes und versucht alles erdenkliche um ein Foto zu zaubern das den eigenen Ansprüchen gefällt und dann hoffentlich auch noch Anklang bei der riesen Internetgemeinde findet. Man ist stolz auf sein Werk und erhofft sich mit diesem Bild einen weiteren Schritt in Richtung Ruhm und Ehre zu machen.

Und dann kommt da so ein daher gelaufener, von dem man nie etwas gehört hat, den man überhaupt nicht kennt und bestimmt auch nicht kennen lernen will. Der sagt dann auch noch das es da etwas im Bild gibt das ihm nicht gefällt. Dabei ist man doch stolz auf das Bild, es soll so sein wie es ist und es gibt ja auch noch andere Bilder die viel schlechter sind als das eigene.

Leider provoziert man gerade mit solchen Reaktionen das in Zukunft die eigenen Bilder einfach nur ignoriert werden. Vielleicht vertreibt man sogar Leute die durchaus echtes Interesse an den eigenen Werken haben und verliert Follower/Fans die nicht nur auf dem Monitor als Zahl existieren, sondern als eine hilfreiche Quelle dienen könnten um sich zu verbessern.

Warum sagen wir nicht einfach Danke das du dir Zeit genommen hast ein paar Empfindungen zu meinem Bild als Kommentar zu verfassen und probieren nicht mal bei der nächsten Gelegenheit aus, ob das was gesagt wurde nicht doch zutrifft?

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr schon Kritik für eure Werke bekommen und habt ihr dann so reagiert wie ihr eigentlich auf Kritik reagieren wolltet?