29. September 2015

Blutmond über Stuttgart

Es war eine dunkle und kalte Nacht. Ich wandelte durch die verlassenen Straßen Stuttgarts. In den Mülltonnen der Stuttgarter Innenhöfe wühlten die Ratten nach Futter. In der ferne ein Heulen eines Wolfes. Es kam näher und wurde immer lauter. Ohrenbetäubend laut. In diesem Moment realisierte ich, es war mein Wecker!


Mitten in der Nacht wurde ich aus meinen Träumen gerissen, ein seltenes Naturspektakel stand an. Zu dem Vollmond, dem Erntemond und dem Super-Mond kam auch noch eine Mondfinsternis dazu. Aus diesem ganzen resultiert der Blutmond. Eigentlich wollte ich mir dieses Phänomen ja nur anschauen. Da ich aber dann mich ganz alleine aus dem Bett um 4 Uhr morgens gequält habe, habe ich dann doch schnell meine Kamera geschnappt, die gepackt vom Fotowalk am Vortag in der Ecke stand und mein Tele-Objektiv in den Rucksack gepackt. Tele-Objektive vermeide ich ja sonst eigentlich.

So ging ich also mit meinem Reisestativ, meiner Crop-Kamera und dem recht günstigen Canon 55-250mm 4,0-5,6 IS los auf die Straße um den Mond zu fotografieren. Schnell hatte ich auch einen Standort mit Sicht auf dem Mond gefunden, direkt unter einer Straßenlaterne.

Ich machte also mein erstes Foto bei 250mm mit ISO 100, 10s und einer Blende von 5,6. Auf dem Foto hatte ich zwei Monde. Tierische Verwacklung weil ich keinen Funkauslöser verwendet hatte. Also in der Kamera gekramt und den Auslöser raus geholt. Nächster Versuch, der Mond war unscharf und die Sterne lange Striche, Wenn man so in den Himmel schaut sieht man gar nicht wie schnell sich alles um einen Dreht. Daher hatte ich ziemlich viel Bewegungsunschärfe auf meinem Foto. Folglich ISO rauf, Verschlusszeit runter. Endlich brauchbare Ergebnisse. Aber so richtig scharf wollte es nicht werden. Da bin ich anderes durch meine anderen Linsen gewohnt. Also die Blende von 5,6 auf Blende 8 hoch um etwas mehr Schärfe aus dem Objektiv zu holen. Hatte aber auch die Bedeutung das ich nun bei ISO 3200 lag, dass bei der Crop-Kamera Canon EOS 70D schon zu ordentlichen Rauschen führt, welches wieder raus gerechnet werden muss. Resultat weniger schärfe. Aber dennoch denke ich ein passables Ergebnis mit minimal kleinen Strichen bei den Sternen und einen relativ scharfen Mond. DXO Optic Pro 10 mit der Prime Rauschreduzierung sei dank.


Was sind nun die Dinge, die ich gelernt habe. Klar kann man durch bessere Ausrüstung noch mehr aus dem Motiv an Schärfe raus holen. Auch die Sterne hätte ich durch bessere Optik mit kleiner Anfangsblende und einer Vollformat Kamera noch zu Punkten machen können. Doch entscheidender währe der Standort gewesen. Dadurch das ich aus der Lichtverschmutzung heraus fotografiert habe, ging natürlich einiges an Klarheit im Bild flöten. Die Streulichtblende hat zwar geholfen. Aber an einem anderen Standort wäre das Bild noch intensiver geworden. Was ich auch vergessen habe den Bildstabilisator auszuschalten. Kann sein das der das Bild etwas unschärfer gemacht hat, da das Objektiv, anders als meine anderen Objektive, nicht erkennt das es auf einem Stativ montiert ist. Da hätte ich mich besser vorbereiten sollen.

Also lernt euer Equipment gut kennen und wählt euren Standort gut aus. Vorbereitung ist oft alles für ein gutes Foto.